Bridges To Hamburg
Die Geschichte eines Rolling-Stones-Fans: Teil 3
Das Jahr 1997 brachte mir drei Highlights ein: neuer Job, neue Stones-CD und neue Reisepläne. Nur das erste Highlight hatte nichts mit den Rolling Stones zu tun.
Kein Meisterwerk
Die Erstausgabe der neuen CD „Bridges to Babylon“ wurde in einem transparenten Schuber aus Kunststoff ausgeliefert. So fällt diese DC auch heute noch in meiner CD-Sammlung besonders auf. Musikalisch wurde Bridges to Babylon wieder kein Meisterwerk, dass es mit den Klassikern “Beggars Banquet”, “Let It Bleed” oder “Sticky Fingers” aufnehmen kann. Damit hatte wohl kaum einer gerechnet. An den Erwartungen gemessen kam diese Platte aber (auch bei mir) gut an. Die Single „Anybody Seen My Baby“ wurde sogar regelmäßig im Radio gespielt und sogar bei MTV ausgestrahlt.
Kalifornienreise
Schon lange hatten wir vor, im Herbst durch Kalifornien zu reisen. Die Reiseroute war weitestgehend festgelegt und die Flugtickets gebucht, als auf der Rolling Stones News-Seite von Bjornulf Vic die ersten Daten der nächsten Rolling Stones-Tour durch Amerika veröffentlicht wurden: Meine Lieblingsgruppe sollte gleichzeitig mit mir durch Kalifornien reisen! Eine kleine Änderung im Ablauf der Rundreise, und wir können das Konzert in Los Angeles besuchen. Aber – das Konzert ist blitzschnell ausverkauft.
Hoffnungsschimmer: Es wird ein Wiederholungskonzert im Dodgers Baseball Stadion in LA angesetzt. Kurz nach dem Beginn des Vorverkaufs melde ich mich bei ticketmaster.com an und darf 2 Tribünenplätze reservieren – Jubel, Freude, Aufregung! Nachdem der entsprechende Betrag auf der nächsten Kreditkartenabrechnung auftauchte, glaubte ich daran, dass die Reservierung tatsächlich geklappt hatte.

Dodgers Stadium
Am 10. November 1997 war es endlich soweit. In einem wolkenbruchartigen Regen fuhren wir zum Dodgers Stadion. Schirme waren im nicht überdachten Stadion verboten. Macht nichts, denn pünktlich zum Einlass um 18 Uhr hörte es auf zu regnen.
Am Merchandise-Stand entdeckte ich mein Lieblings-T-Shirt: Auf der Vorderseite eine goldene Stones-Zunge im Bridges to Babylon-Design. Auf der Rückseite ein Löwe vor dem Schriftzug „THE STONES“ im Stil des weltbekannten Hollywood-Schriftzuges über LA. Darunter die Aufschrift „Los Angeles November 9 and 10“
Von unseren Plätzen hatten wir einen freien Blick zur Bühne. Nach der Vorgruppe Wallflowers begann mit einem Feuerball das großartige Konzert. Die Setlist:
Satisfaction – It’s Only Rock ‘n’ Roll – Let’s Spend The Night Together – Flip The Switch – Gimme Shelter – Anybody Seen My Baby – Saint Of Me – 19th Nervous Breakdown – Out Of Control – When The Whip Comes Down – Miss You – All About You – I Wanna Hold You – Little Queenie – Crazy Mama – You Got Me Rocking – Sympathy For The Devil – Tumbling Dice – Honky Tonk Women – Start Me Up – Jumping Jack Flash – Brown Sugar
Stones in Hamburg
Zurück in Deutschland warten gute Nachrichten: Die Rolling Stones besuchen mich in meiner Heimat. Im August 1998 ist ein Konzert auf der Trabrennbahn in Hamburg geplant. Da das Gelände Platz für 90.000 Zuschauer hat, bereitet es keine Mühe, kurz vor Weihnachten eine Stehplatzkarte zu bekommen. Die Monate bis zum Konzerttermin vergehen quälend langsam.
Der große Tag kommt und ich ziehe meine Lieblings-T-Shirt aus Los Angeles an. Der Einlass war schon um 14 Uhr. Um 15 Uhr ist der Front-Of-Stage-Bereich schon voll, aber ich finde einen Stehplatz wenige Meter außerhalb dieser Absperrung. Während die Vorgruppe Big Country spielt, beginnt es zu regnen – wie immer, wenn ich ein Stones-Konzert besuche.
Trotzdem bin ich glücklich. Schließlich ist es das erste mal, dass ich die Rolling Stones aus der Nähe beobachten kann. Bisher hatte ich nur entfernte Tribünenplätze bekommen.
Setlist:
Satisfaction – Let’s Spend The Night Together – Flip The Switch – Gimme Shelter – Anybody Seen My Baby – It’s Only Rock’n Roll – Saint Of Me – Out Of Control – Dead Flowers – Miss You – Introductions – Thief In The Night – Wanna Hold You – Little Queenie – You Got Me Rocking – Like A Rolling Stone – Sympathy For The Devil – Tumbling Dice – Honky Tonk Women – Start Me Up – Jumping Jack Flash – Brown Sugar
Als Souvenir bleibt ein Bierbecher mit Rolling Stones-Motiv.
3 Tage später spielen die Stones in Bremen. Gleichzeitig halte ich mich auf Mallorca auf – dumm gelaufen. Das Bremen-Konzert wird von SAT 1 im Fernsehen ausgestrahlt, allerdings um einige Songs gekürzt.
Meine Videosammlung wird durch das Konzertvideo aus St. Louis erweitert.
- Fotos vom Bühnenaufbau der Bridges-To-Babylon-Tour in Düsseldorf
American Way
Die Live-CD “No Security” ist nett anzuhören, aber nicht besonders originell. Die dazugehörige Tour verpasse ich, weil Anfang 1999 leider keine USA-Reise eingeplant werden konnte.
- Teil 4: Expensive Licks